Grundregeln für Katzen, die einen Haushalt zu führen haben
                                           Von Karin Kreisel

 

 Regel 1: Stühle und Teppiche
 Wenn du dich übergeben musst, springe schnellstmöglich auf einen Stuhl! Schaffst Du es
 nicht rechtzeitig, such' Dir einen Orientteppich. Ist ein solcher nicht vorhanden, die zweite
 Wahl ist ein Flokati.

 Regel 2: Ausgangstüren
 Wenn du eine Tür öffnen willst, stell' Dich auf die Hinterbeine und kratze mit den Vorder-
 pfoten, hämmere und maunze. Hat Dein Besitzer die Tür geöffnet, ist es nicht mehr nötig,
 diese auch zu benutzen.
 Wenn Deine Anordnung zum Tür-Öffnen befolgt wurde, stell' Dich in den Durchgang und
 nimm dir Zeit, über einige Dinge nachzudenken. dies ist besonders wichtig bei Außen-
 temperaturen unter null Grad, bei starkem Regen, Schnee- oder Sandstürmen und wäh-
 rend  der Haupt- Mücken-Saison!

 Regel 3: Gäste
 Entscheide schnellstens, welcher der Gäste Katzen am meisten hasst und setze Dich auf 
 ihren oder seinem Schoß. Kannst du vorher noch einen guten Fischatem arrangieren, um
 so besser. Für Schoß-Besetzung und Reiben an Hosen gilt: Immer Kleider mit Farben wäh-
 len, welche am besten mit Deinem Fell kontrastieren.
 Wenn Du über das Geschirr auf dem Esstisch spazierst, sei vorbereitet, so überrascht und
 verletzt wie möglich zu schauen, sobald Du gescholten wirst. Die Idee dabei ist, den Gästen
 zu vermitteln " aber das darf ich doch sonst auch immer !?"
 Begleite die Besucher immer mit ins Badezimmer - hierbei ist es nicht nötig, etwas zutun,
 sitze einfach nur da und starr' sie an ! Nachdem Du Deinerseits die Katzen- toilette benutzt
 hast, vergiss nicht, auf den Gästeschoß zu springen und mit Deinem Schwanz unter ihrer/
 seiner Nase zu wackeln.

 Regel 4: Arbeit
 Wenn einer Deiner Besitzer näht oder schreibt, der andere aber müßig ist, bleibe bei dem 
 der arbeitet. Dies wird Hilfe genannt. Es folgen weitere Regeln für Deine " Hilfe " :
 
 Wenn Du das Kochen überwachst, sitze immer genau hinter den linken Hacken des Kochs. 
 Du kannst nicht gesehen werden und hast große Chancen, getreten, hoch- genommen und
 getröstet zu werden. Fällt dabei noch etwas Essbares zu Boden um so besser!
 - Liest Dein Besitzer, leg Dich quer über das Buch oder auf die Zeitschrift.
 - Bei Strick-Projekten roll Dich friedlich auf dem Schoß des Strickenden zusammen und gib
   vor, zu schlummern. Gelegentlich holst du aus und schlägst kräftig auf die Strick- nadeln. 
   Du erreichst im Idealfall, dass Maschen fallen oder Faden reißt. Dein Mensch wird even-
   tuell versuchen, dich mit einem Ball aus einem Stück Strickfaden abzulenken, ignoriere 
   das - das Ziel ist schließlich zu helfen!
 - Menschen sind recht phantasielos, besonders bei Seidenmalerei, Modellierarbeiten oder
   Modellbau solltest du daher Deine Pfoten im Spiel haben und Farb-, Form- und Gestaltung
   tatkräftig beisteuern!
 - Bei Computer-fanatischen Besitzern: Liege auf der Tastatur oder sitze vor dem Monitor,
   so oft es dir möglich ist.

 Regel 5: Spielen
 Das ist sehr wichtig: Tagsüber musst Du genügend Schlafbekommen, so dass Du nachts
 zwischen 02.°° und 04.°° Uhr frisch bist, um "Fang den Zeh", "Versteck die Maus" oder
 "König des Bettenberges" zu spielen.
 Schließlich gilt: Stehst Du auf Deinem Besitzer, bekommst du auch eine Menge Aufmerk-
 samkeit!
 Zuletzt das Wichtigste: Beginne rechtzeitig mit dem Besitzer-Training! Die Menschen müs-
 sen die Grundregeln kennen. Sie begreifen bekanntlich nur sehr langsam, aber sie sind 
 durchaus lernfähig.

 - Du musst nur frühzeitig beginnen und den Unterricht konsequent fortsetzen. Befolge 
diese Regeln und du wirst immer einen flüssig funktionierenden Haushalt haben!

                                                                                            

                               

                                                                              Copyright  © by  Petra Schütz